Der Pharmakonzern Pfizer gilt mit 48,9 Mrd. USD Umsatz im Jahr 2015 zu den größten Pharmaunternehmen der Welt. Charles Pfizer gründete das Unternehmen, gemeinsam mit Charles Erhart, im Jahr 1849 in Brooklyn, New York. Auch heute noch befindet sich der Hauptsitz von Pfizer in der amerikanischen Großstadt, in der es damals gegründet wurde.

Wir werfen einen Blick auf die Unternehmensgeschichte, klären über die Expansionsstrategie von Pfizer auf und werfen darüber hinaus einen genauen Blick auf die Medikamentenpalette und den Standort Deutschland.

Gründungsgeschichte und Werdegang von Pfizer

Vor über 160 Jahren gründete der deutsche Unternehmer Karl Pfizer das Unternehmen unter Vertrieb des ersten Produktes Sanotonin, ein Medikament, welches zur Bekämpfung von parasitären Würmern eingesetzt wurde.

Karl Pfizer wurde am 22.03.1824 in Ludwigsburg geboren (* 22. März 1824 in Ludwigsburg; † 19. Oktober 1906 in Newport, Rhode Island) und wanderte aufgrund der Märzrevolution von 1848/1849 und der damit verbundenen Niederschlagung der bürgerlich-demokratischen Bewegung in die Vereinigten Staaten aus. Mit einem Kredit von gerade einmal 2500 Dollar begann die Reise eines der bekanntesten Pharmaunternehmen der Neuzeit.

Karl Pfizer war Sohn eines Konditormeisters, schlug seinerseits jedoch die Laufbahn eines Apothekers ein. Zum Zeitpunkt seiner Auswanderung befand sich Karl Pfizer noch in der Ausbildung, verfügte gemeinsam mit seinem Kompagnon jedoch bereits über genügend Fachwissen im pharmazeutischen Bereich.

Die anfangs schlechten Absatzzahlen des Medikaments Sanotonin relativierten sich schnell, so dass Pfizer, begünstigt durch die Aufnahme der Produktion von Jodsalzen, bereits nach 8 Jahren ins Stadtzentrum von Manhattan expandieren musste.

Eine Ära der Bürgerkriege folgte und das Unternehmen Pfizer konzentrierte sich auf die Produktion von Medikamenten, die vorrangig an der Front benötigt wurden.

Hierbei spielten folgende Präparate eine Rolle:

  • Schmerzmittel
  • Desinfektionsmittel (Weinsäure)
  • Chloroform

Auch wenn die Umstände bedauerlich waren, profitierte der Konzern durch die generierten Umsätze. Pfizer entwickelte sich über die folgenden Jahrzehnte zu einem der einflussreichsten Pharma- und Chemiekonzerne der Neuzeit. Zum Ende des zweiten Weltkriegs sorgte der Konzern insbesondere durch die Herstellung synthetischer Zitronensäure (essentieller Zusatzstoff für die Herstellung von Limonade) und der Aufnahme der Produktion von Antibiotika und Penicillin für weiteres Wachstum.

Expansionsstrategie: Neue Standorte und Unternehmenszukäufe

Mit Anbruch des Jahres 1951 nahm die Expansionsstrategie von Pfizer Fahrt auf. So wurden weltweit neue Pfizer Werke aufgebaut, unter anderen Werke in Belgien, Brasilien, England und Kanada. Auch investierte Pfizer in die Errichtung einer Agrarsparte.

Neben der Errichtung neuer Werke und Produktionssparten steht ab diesem Zeitpunkt auch die Übernahme von anderen Pharmaunternehmen im Fokus der Strategie. So übernahm der Konzern 1953 die Firma J.B. Roering & Co., knapp 20 Jahre später das deutsche Unternehmen Heinrick Mack. Pfizer erhielt durch diesen Zukauf den Zugriff auf einen hoch innovativen und entwickelten Produktionsstandort. Insbesondere seit Anbruch der 2000er investiert der Pharmakonzern Pfizer verstärkt in den Zukauf bereits etablierter Unternehmen.

Folgende Übernahmen & Veränderungen wurden getätigt:

  • 2000: Übernahme von Warner-Lambert
  • 2003: Übernahme von Pharmacia
  • 2005: Übernahme von Vicuron Pharmaceuticals
  • 2006: Verkauf von Consumer an Johnson & Johnson
  • 2007: Kooperation zwischen Pfizer und Bristol-Myers Squipp
  • 2009: Übernahme von Wyeth
  • 2009: Kooperation mit GSK im Bereich HIV
  • 2010: Übernahme von King Pharmaceuticals
  • 2010: Übernahme von Whitehall-Much
  • 2011: Abgabe von Capsugel-Sparte
  • 2012: Abgabe von Babynahrung an Nestlé
  • 2015: Übernahme von Biosimilar

Mit Ian Reed an der Konzernspitze (seit 2010 Konzernpräsident) beschäftigt der Pharmakonzern Pfizer aktuell circa 90.000 Mitarbeiter weltweit.

Lizensierte Medikamente des Pharmakonzerns Pfizer

Alleine in Deutschland sind mehr als 160 Pfizer Produkte für den Markt zugelassen, in den USA sind es sogar mehr als 240 Produkte. Nachfolgend ein Auszug aus dem Portfolio des Pharmakonzerns.

Verschreibungspflichtige Medikamente:
  • Accupro
  • Azulfidine
  • BeneFIX
  • Champix
  • Circlet

  • NuvaRing
  • Sayana
  • Sildenafil Pfizer
  • Unacid PD oral
  • Viagra
Rezeptfreie Präparate und Medizinprodukte:
  • ThermaCare
  • VitaSprint
  • Centrum

Pfizer in Deutschland

Pfizer ist am Standort Deutschland in Berlin, Freiburg, Karlsruhe und München (Deutschlandgeschäft von Hospira) vertreten. Insgesamt beschäftigt Pfizer in Deutschland circa 2.000 Mitarbeiter.

Pfizer in Berlin: Deutschlandzentrale

Direkt am Potsdamer Platz sind 550 Mitarbeiter in den drei verschiedenen Geschäftseinheiten GIP (Global Innovative Pharma), GEP (Global Established Pharma) und VOC (Vaccines, Oncology, Consumer Healthcare) tätig. In sieben verschiedenen Verwaltungsabteilungen laufen hier alle wichtigen Fäden zusammen.

  • Klinische Forschung
  • Marketing
  • Recht
  • Kommunikation
  • Finanzen
  • Personal
  • Market Access
Pfizer in Freiburg: deutscher Produktionsstandort

Der weltweit größte Verpackungs- und Produktionsstandort von Pfizer befindet sich im süddeutschen Freiburg. Hier produziert der Hersteller hauptsächlich Filmtabletten und Kapseln zur Behandlung diverser Krankheitsbilder und Beschwerden.

  • Krebs
  • Hohe Cholesterinwerte
  • Bluthochdruck
  • Schmerzen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Freiburger Werk zählt als innovativer Vorreiter in der Kategorie der grünen Arzneimittelproduzenten. Hierfür erhielt Pfizer 2011 den Nachhaltigkeitspreis. Im Jahr 2010 wurde dem Konzern bereits der Landesumweltpreis von Baden-Württemberg verliehen. Am Standort Freiburg produzieren 1.000 Mitarbeiter 200 Millionen Packungen mit hochwertigen Arzneimitteln für den weltweiten Markt. Diese werden vom Distribution Center in Karlsruhe an mehr als 150 Länder ausgeliefert.

Pfizer in Karlsruhe: Regional Distribution Center

Das Pfizer Distributionszentrum zählt zu einem der modernsten, vollautomatischen Lager- und Bestellverwaltungssystemen. Bis zu 20 Millionen Medikamentenpackungen können in dieser Zentrale professionell eingelagert werden. Aus über 50 verschiedenen nationalen als auch internationalen Produktionsstätten treffen täglich sechs Lkw-Ladungen mit Arzneimitteln ein. Nach der bedarfsgerechten Zwischenlagerung erfolgt die Auslieferung an Krankenhäuser, Apotheken und Großhändler in folgende europäische Länder:

  • Deutschland
  • Belgien
  • Dänemark
  • Niederlande
  • Island
  • Österreich
  • Luxemburg

Durchschnittlich sind 2.500 verschiedene Produkte in Karlsruhe verfügbar und 250.000 Arzneimittelpackungen gehen täglich in den Versand. Pro Monat bearbeitet der Standort circa 47.000 Sammelbestellungen.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte des Pharmaunternehmens Pfizer

Pfizer beschäftigt weltweit über 10.000 Forscher, die sich mit folgenden Gebieten beschäftigen:

  • Krebserkrankungen
  • Entzündungskrankheiten
  • Schmerzen
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS)

In diesem Zusammenhang spezialisiert sich der Hersteller Pfizer unter anderem auf Biotherapeutika. Ein eigener Forschungsbereich untersucht hier die personalisierte und zielgerichtete Behandlung. Biotherapeutika sind insofern interessant, da sie gezielt in den körpereigenen Zellstoffwechsel eingreifen. Dies ist möglich, da diese Präparate auf die biomolekularen Eigenschaften der Zellen bestimmter Patientengruppen ausgerichtet sind.

Darüber hinaus engagiert sich Pfizer auch verstärkt in der Entwicklung und Herstellung von innovativen Impfstoffen. Die Unternehmensgeschichte belegt eine zentrale Rolle in der Bekämpfung von z.B. Pocken und Polio. Heutzutage widmet sich Pfizer insbesondere der Prävention von Pneumokokken-Erkrankungen bei Kindern und Erwachsene sowie, Meningokokken oder Staphylococcus Aureus. Darüber hinaus forscht Pfizer an therapeutischen Impfstoffen zur Bekämpfung von chronischen Krankheiten, allergischem Asthma oder der Nikotinabhängigkeit.

Viagra: Das wohl bekannteste Medikament von Pfizer

Wer sich mit der Geschichte des Pharmakonzerns Pfizer beschäftigt merkt schnell, dass die Bestrebung weit über das hinausgehen, was viele Menschen mit dem Unternehmen in Verbindung bringen.

Das Medikament Viagra ist und bleibt jedoch das erfolgreichste „Produkt“, welches Pfizer bislang etablieren konnte. Dabei entstand das Medikament eher zufällig als zielgerichtet. Ursprünglich forschte Pfizer an einem Wirkstoff, welcher zur Behandlung von koronaren Herzkrankheiten eingesetzt werden sollte. Während der ersten Studien am Wirkstoff Sildenafil stellten Forscher in einer Probandengruppe die Nebenwirkung fest, dass der Wirkstoff gefäßerweiternd wirkt und die Erektionsfähigkeit bei den männlichen Probanden verbessern konnte. Durch die Markteinführung des Markenmedikaments Viagra im Jahr 1998 wurde die erste verschreibungspflichtige und nachweislich wirksame Behandlungsmöglichkeit gegen Erektionsstörungen etabliert. Auch heute noch ist Viagra das meistverschriebene Medikament zur Behandlung von erektilen Dysfunktionen. Der Wirkstoff Sildenafil ist seit dem 22.06.2013 auch in Form von sogenannten Generika erhältlich. Auch das Unternehmen Pfizer vertreibt sein eigenes Viagra Generikum, welches in Zusammensetzung und Wirkung dem Markenmedikament Viagra entspricht.

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Quellenangabe: